Dein Hund ist im Herbst unruhig? Energie sinnvoll nutzen statt auspowern

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Hund ist voller Energie und will toben auf einem herbstlichen Waldweg voller Laub
Viele Hunde sind im Herbst unruhiger und voller Energie. Statt sie nur müde zu spielen, lässt sich der Schwung in Impulskontrolle und Training lenken.

Dein Hund ist im Herbst unruhig? Energie sinnvoll nutzen statt auspowern

Der Sommer ist vorbei und mit dem Herbst wird es endlich auch wieder etwas kühler. Unsere Hunde scheinen mit den kühleren Temperaturen plötzlich wieder viel mehr Energie zu haben. Kein Hecheln mehr nach zehn Minuten Spaziergang, keine Badestellen oder Schattenplätze, an denen ihr die heißen Sommertage verbringt. Jetzt im Herbst bekommen die meisten Hunde einen plötzlichen Energieschub. Wie du diesen sinnvoll nutzen kannst, statt deinen Vierbeiner einfach nur auszupowern, erfährst du in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Warum haben Hunde im Herbst mehr Energie?
  2. Der häufigste Fehler: Den Hund so richtig "plattmachen"
  3. Trainingstipps für Konzentration und Impulskontrolle beim Hund
    1. Türtraining
    2. Tempowechsel an der Leine
    3. Nasenarbeit im Laub
    4. "Schau" bei Ablenkung trainieren
    5. "Fertig" als Freigabe
  4. Extra-Tipps für den Herbst mit Hund
  5. Fazit: Ruhig und strukturiert zu mehr Entspannung

Warum haben Hunde im Herbst mehr Energie?

Die Sommerhitze hat unsere Vierbeiner in den letzten Monaten mehr oder weniger ausgebremst. Das ist völlig normal. Doch nun kommen mehrere Punkte zusammen, die dafür sorgen, dass dein Hund wieder voller Energie steckt:

  • Kühlere Temperaturen sorgen dafür, dass der Stoffwechsel wieder mehr in Fahrt kommt. Die Gelenke sind geschmeidiger und Bewegung macht mehr Spaß. Dadurch steigt auch die Motivation deines Vierbeiners.
  • Außenreize und Gerüche werden intensiver. Feuchte Erde, Pilze, Laub und Wildwechsel faszinieren die Hundenase, was oft dazu führt, dass er mit seinen Gedanken woanders ist.
  • Zurück in die alte Struktur: Im Sommer ist der Alltag oft langsamer, die Spaziergänge kürzer. Urlaubszeit und lange Sommernächte bringen die Struktur deines Vierbeiners durcheinander. Jetzt, wo es zurück in den Arbeitsalltag geht, muss auch der Vierbeiner wieder seine Struktur finden.

All diese Punkte können dazu führen, dass deine Fellnase nicht so richtig zur Ruhe kommt und ständig bespaßt werden will. Doch wenn du jetzt glaubst, dass eine Extrarunde Gassi, ein wildes Ballspiel oder anderweitiges Auspowern hier hilft, liegst du leider falsch. Oft ist genau das Gegenteil der Fall!

Der häufigste Fehler: Den Hund so richtig "plattmachen"

Viele Hundemenschen denken, dass Hunde, die voller Energie sind, einfach nur so richtig "plattgemacht" werden müssen. Das bedeutet, endlos auf der Wiese zu stehen und Ball zu werfen oder mit dem besonders aufgedrehten Artgenossen bis zum Umfallen toben zu lassen. Doch diese Art der Beschäftigung allein wird deinen Vierbeiner zwar körperlich müde machen, mental aber völlig aufgekratzt nach Hause kommen lassen.

Besser ist es, wenn du ihm einen klaren Rahmen und kurze Einheiten gibst: Bewegung ja, aber kombiniert mit Nasenarbeit, Impulskontrolle und festen Ruhezeiten. Dein Hund soll nicht nur toben, sondern auch warten, arbeiten und dann wirklich abschalten dürfen. Positiver Nebeneffekt: Eure Mensch-Hund-Bindung wird davon profitieren.

Trainingstipps für Konzentration und Impulskontrolle beim Hund

Diese Übungen kannst du ganz einfach in kleinen Einheiten im Alltag oder auf dem Spaziergang einbauen. So sorgst du für abwechslungsreiche Struktur, förderst die Konzentration und gibst deinem Hund kleine Erfolgserlebnisse, die ihn mental auslasten.

Für die Übungseinheiten unterwegs darfst du gern auch Leckerlis mitnehmen. Achte darauf, dass sie klein sind, wie z.B. unsere Snackies Trainingswürfel. Schließlich soll dein Vierbeiner sich nicht unterwegs den Bauch vollschlagen. Denn zu Hause wartet möglicherweise ein Kausnack zum Entspannen auf ihn.

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Türtraining

Hunde, die voller Energie stecken, reagieren sie oft schon aufgeregt, wenn du zu Hause nur Richtung Leine schaust. Wenn du so einen Kandidaten hast, fängt der Spaziergang schon im Haus an. Denn du setzt mit einem ruhigen Start den Grundstein für eine entspannte Gassirunde.

Nimm deinen Hund erst an die Leine, wenn er ruhig und artig vor dir sitzt. Ist er aufgeregt und springt um dich herum oder läuft immer wieder zwischen dir und der Tür hin und her, bleibe einfach stehen, atme tief durch und warte, bis er sich beruhigt hat. Erst dann nimmst du ihn an die Leine.

An der Tür wartest du ebenfalls, bis er ruhig neben dir sitzt oder steht. Öffne die Tür, aber schließe sie gleich wieder, wenn er nach vorne stürmt. Du musst nicht schimpfen oder irgendwas sagen. Warte einfach, bis er wieder ruhig ist. Dann das Spiel wiederholen, bis er aufhört, beim Öffnen der Tür nach vorn zu sprinten und dich vorgehen lässt.

Bleibe ruhig, auch wenn es etwas länger dauert. Für dich ist die Übung vielleicht langweilig, aber für deinen Hund ist es eine gute mentale Herausforderung. Und du verhinderst damit, dass schon der Start in den Wald oder auf die Hundewiese wild und unkontrolliert ist. Das würde sich in der Regel auf die komplette Gassirunde auswirken.

Tempowechsel an der Leine

Beim Laufen an der Leine kannst du die Aufmerksamkeit deines Vierbeiners fördern, wenn du plötzliche Tempo- oder Richtungswechsel einbaust. Gehe ein paar Meter in deiner normalen Geschwindigkeit, laufe dann langsamer, bleibe stehen, drehe dich um oder renne plötzlich los. So muss dein Hund mehr auf dich achten und sich deiner Geschwindigkeit anpassen.

Wenn du magst, kannst du die Tempowechsel auch mit einem Kommando verbinden: langsam, Los, Stop! So kannst du später auch deinen freilaufenden Hund besser kontrollieren. Belohne deinen Hund in dem Moment, in dem er sich deinem Tempo anpasst, nicht wenn noch Spannung auf der Leine ist. So lernt er schnell, dass er auf dich achten muss, weil Bewegung von dir kommt, nicht von etwaigen Außenreizen.

Hund bei der Nasenarbeit im herbstlichen Laub auf einem Waldweg
Nasenarbeit im Laub macht müde im guten Sinn: Der Hund arbeitet konzentriert, statt nur Dampf abzulassen.

Nasenarbeit im Laub

Das ist das perfekte Suchspiel im Herbst! Bei der Leckerlisuche im Laub muss deine Fellnase ihren Superriecher so richtig anstrengen. Das ist die ideale mentale Auslastung, auch wenn der Spaziergang wetterbedingt etwas kürzer ausfallen muss.

Lass deinen Hund sitzen oder Platz machen und gehe ein paar Schritte von ihm weg. Er soll an der Stelle bleiben, wo du ihn abgelegt hast. Werfe dann ein paar kleine Leckerlis ins Herbstlaub, so dass dein Hund sie sehen kann. Gib ihm dann mit dem Kommando "Such" die Aufgabe, sich die Häppchen zu holen. Feuere ihn nicht an, sondern belohne ihn nur mit der ruhigen Stimme, wenn er eins gefunden hat. Er soll konzentriert arbeiten und nicht völlig überdreht sein, deshalb animiere ihn nicht zu sehr.

Das Schöne an der Übung ist, dass du die Leckerlis immer und überall verstecken kannst: im Gras, zwischen Steinen oder an einer Baumrinde. Das sorgt für Abwechslung und immer neue Herausforderungen.

"Schau" bei Ablenkung trainieren

Hunde, die voller Energie stecken, sind mit ihren Gedanken oft überall, nur nicht bei dir. Deshalb ist das Kommando "Schau" eine gute Übung, damit du auch in Situationen, die voller Reize sind, deinen Hund kontrollieren kannst. Ein Rascheln im Busch, ein Radfahrer oder ein Artgenosse: Sage den Namen deines Hundes mit "Schau", darauf folgt Blickkontakt und eine Belohnung.

Übe das zuerst in einer reizarmen Umgebung, z. B. zu Hause und steigere die Ablenkungen langsam. Kommt es draußen zu einer Situation, in der du möchtest, dass dein Hund dich anschaut, sage das Kommando am besten, bevor er an der Leine zieht oder aufgeregt wird.

Langfristig soll sich bei ihm verfestigen, dass er automatisch dich anschaut, sobald er einen Außenreiz bemerkt. Das ist eine wichtige Übung, die euch Sicherheit im Alltag gibt.

"Fertig" als Freigabe

Wer eine Übung beginnt, muss sie auch auflösen. Etabliere also ein Freigabe-Kommando wie "Fertig", um deinem Hund zu signalisieren, dass die Übung jetzt beendet ist und er wieder frei laufen darf. Sonst bleibt seine Aufmerksamkeit auf Empfang.

Gib ihm deshalb nach der letzten Übung ein klares "Fertig"-Signal und die restlichen Leckerlis als Jackpot-Belohnung. Danach solltest du aber auch wirklich nichts mehr mit ihm machen, weder Übung noch ein kurzes Ballspiel. Es geht nach Hause und das bedeutet zur Ruhe zu kommen.

Zu Hause kannst du ein kleines Ritual etablieren: Pfoten sauber machen und dann geht es (gern auch mit einem Kausnack) auf den Ruheplatz, wo er sich entspannen soll. Wenn du das ein paar Wochen konsequent durchhältst, wirst du merken, wie dein Vierbeiner ruhiger wird.

Müder Golden Retriever schläft zufrieden in einem Hundebett
Nach Impulskontrolle und Nasenarbeit darf der Hund wirklich abschalten und entspannt zu Hause schlafen.

Extra-Tipps für den Herbst mit Hund

Wie zu jeder Jahreszeit gibt es auch im Herbst einige Dinge, auf die du nun achten solltest. Die wichtigsten haben wir hier für dich zusammengefasst:

  • Kastanien, Eicheln, Pilze: Nicht alles, was auf dem Boden liegt, eignet sich als Spielzeug. Sie enthalten Stoffe, die für Hunde giftig sind und können beim Verschlucken zu Darmverschluss führen.
  • Wild & Dämmerung: Wild ist jetzt wieder aktiver als im Sommer. Dazu wird die Sicht schlechter, weil die Tage kürzer werden. Zur Sicherheit solltest du deinen Hund am besten an der Schleppleine laufen lassen.
  • Hundesenioren im Herbst: Durch das nasskalte Wetter können die Gelenke von alten Hunden wieder mehr leiden. Trotz Energieschub solltest du jetzt nicht auf längere Spaziergänge oder Toben setzen. Bei Arthrose lieber kurze Intervalle einbauen: gehen, kurz stehen bleiben, schnüffeln und dann weitergehen.
  • Kalorienbewusst trotz Leckerlis: Wenn du durch die Übungen mehr Belohnung verteilst, solltest du die Tagesration deines Vierbeiners anpassen. Achte auf hochwertige, proteinreiche kleine Snacks, statt Hundekekse ohne Ende. Die Leckerlis solltest du von der Futterration abziehen, um Übergewicht zu vermeiden.
  • Nass und dreckig ins Hundebett: Nasses Fell und dreckige Pfoten führen oft dazu, dass Hunde nicht so richtig zur Ruhe kommen. Nach der Gassirunde also am besten ordentlich abtrocknen, Pfoten und langes Fell auf störende Fremdkörper überprüfen und dann auf den Schlafplatz kuscheln - so klappt es auch mit der Entspannung.
Hund springt auf einer Herbstwiese und fängt herabfallendes Laub
Im Herbst steckt in vielen Hunden wieder richtig viel Energie. Wer sie nicht nur auspowert, sondern lenkt, bekommt abends einen ausgeglichenen Vierbeiner.

Fazit: Ruhig und strukturiert zu mehr Entspannung

Es bringt nichts, den Hund für seine Unruhe zu bestrafen, denn er macht es ja nicht absichtlich. Übst du Druck auf ihn aus, wenn er bereits völlig überdreht ist, wirst du alles nur noch schlimmer machen. Also, einmal durchatmen und dann ganz ruhig. Unsere Übungen werden deinem Hund helfen, seine überschüssige Energie auf sinnvollem Weg loszuwerden und gleichzeitig eure Bindung zueinander zu verstärken. Nach einem Spaziergang durch das Herbstlaub könnt ihr hinterher entspannt auf der Couch sitzen. Wir wünschen euch viel Spaß im goldenen Herbst!