Grannen beim Hund: Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Das herrliche Sommerwetter lockt zu ausgedehnten Spaziergängen mit deinem Hund und zum wilden Toben auf Feldern und Wiesen. Doch dort lauert eine unterschätzte Gefahr für deinen Vierbeiner – Grannen! Im Ratgeber verraten wir dir, wie du sie erkennst, was du tun kannst und wie du deinen Hund davor schützt.
Inhaltsverzeichnis:
- Was sind Grannen?
- Warum sind Grannen für Hunde gefährlich?
- Typische Symptome, die auf Grannen beim Hund hinweisen
- Symptome: Granne in der Pfote (sehr häufig)
- Symptome: Granne im Ohr
- Symptome: Granne in der Nase
- Symptome: Granne im Auge
- Weitere Anzeichen von Grannen beim Hund
- Erste Hilfe gegen Grannen beim Hund
- Vorbeugung: 4 Tipps gegen Grannen
- Fazit: Grannenfrei durch den Sommer
Was sind Grannen?
Grannen sind die spitzen Pflanzenteile von Gräsern und Getreide, die hauptsächlich zwischen Juni und September auftreten. Wenn Gräser oder Getreide reif werden, entwickeln sie diese borstigen, langen Fortsätze an den Ähren, in denen sich die Samen befinden. Besonders bekannt sind diese von der Mäusegerste. Wenn die Gräser im Sommer trocknen oder die Getreidefelder abgeerntet sind, liegen viele lose Grannen auf Feldern, Wiesen und Wegen.
Grannen haben eine harte Spitze und kleine Widerhaken und sollen der Pflanze helfen, ihre Samen zu verbreiten. Bei Kontakt mit Hunden kann dies jedoch schnell schmerzhaft und gefährlich werden. Vielleicht kennst du das, wenn sich eine davon beim Spazierengehen in deiner Socke verfängt und wie unangenehm das piekst. Sammelt dein Hund im Vorbeigehen oder beim Schnüffeln eine Granne auf, wandert diese mit jeder Bewegung tiefer ins Fell. Besonders häufig sind auch Augen, Ohren oder Nase betroffen.
Warum sind Grannen für Hunde gefährlich?
Wie bereits erwähnt, wandern diese Grannen mit jeder Bewegung des Hundes immer tiefer. Dafür sorgen die Widerhaken. Und sie machen nicht Halt, wenn sie die Haut erreicht haben, sondern bohren sich immer tiefer in den Körper. Besonders unangenehm ist das, wenn sie in die Augen, die Nase oder die Ohren eindringen, zumal sie dort auch schwerer entdeckt werden.
Dringt die Granne in den Körper ein, gelangen so auch Bakterien in die Wunde. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern kann auch Entzündungen auslösen. Oft entstehen eiternde Abszesse oder nässende Fisteln, die dann vom Tierarzt unter Narkose chirurgisch entfernt werden müssen. Erfahrungen zeigen auch, dass Grannen in seltenen Fällen sogar bis in die Organe wandern, z.B. in die Lunge und dort schwere Folgen haben können.
Besonders gefährdet sind Hunderassen mit langem Fell, Schlappohren, Jagdhunde oder aktive Vierbeiner, die gern über Wiesen und Felder toben. Doch auch beim gemütlichen Spaziergang kann deine Fellnase vom Wegrand oder Boden diese Grannen einsammeln.
Typische Symptome, die auf Grannen beim Hund hinweisen
Welche Anzeichen dein Hund zeigt, hängt immer davon ab, wo sich die Granne befindet. Meist treten die Symptome direkt nach dem Spaziergang auf, manchmal kann es aber auch Stunden oder Tage dauern, bis es dir auffällt. In den Sommermonaten ist es daher wichtig, dass du deinen Vierbeiner nach jedem Spaziergang nicht nur nach Zecken absuchst, sondern auf Fell, Pfoten, Ohren, Nase und Augen auf Grannen kontrollierst.
Symptome: Granne in der Pfote (sehr häufig)
An den Pfoten sind Grannen am häufigsten zu finden. Sie verstecken sich gern zwischen den Zehen oder den Ballen, wo sie durch die Laufbewegungen schnell ins Gewebe vordringen. Wenn dein Hund beim Spaziergang plötzlich lahmt oder ein Bein nicht mehr auf den Boden setzt, kannst du vorsichtig mit den Fingern die Pfoten kontrollieren. Meist sticht die Spitze der Granne bereits ins empfindliche Fleisch und lässt sich noch schnell entfernen, wenn du sie rechtzeitig entdeckst.
Ein weiteres Anzeichen kann sein, dass sich dein Hund an der betreffenden Pfote leckt oder darauf herumkaut. Die Pfote kann anschwellen und Rötungen aufweisen. Ist die Granne schon länger in der Pfote, kann es zu Entzündungen kommen. Eventuell tritt auch Eiter aus.
Symptome: Granne im Ohr
Grannen im Ohr kommen häufig bei Hunderassen mit Schlappohren vor. Beim Schnüffeln am Boden verfängt sich die Granne in den herunterhängenden Ohren und wandert Stück für Stück tiefer. Erreicht sie den Gehörgang, wird es unangenehm für deinen Vierbeiner. Dann kannst du sie meist nicht mehr selbst entfernen.
Anzeichen für Fremdkörper im Ohr sind beispielsweise starkes Kopfschütteln. Dein Hund hält den Kopf schief, kratzt sich am Ohr oder hat Schmerzen beim Berühren. Manchmal bemerkst du auch einen unangenehmen Geruch oder austretende Flüssigkeit. Grannen im Gehörgang solltest du nicht selbst entfernen, weil du viel verletzen oder es verschlimmern kannst. Lass auf jeden Fall deinen Tierarzt draufschauen.
Symptome: Granne in der Nase
Beim Schnüffeln kann es schnell passieren, dass eine Granne in die Nase gerät. Davon betroffen sind alle Hunderassen, besonders echte Spürnasen, die immer ihre Nase am Boden haben. Die Hundenase ist sehr empfindlich und Fremdkörper sorgen für sofortige Reaktionen.
Hat dein Vierbeiner plötzlich heftige und langanhaltende Niesanfälle, reibt seine Schnauze am Boden oder kratzt an der Nase, solltest du an Grannen denken. Auch Husten kann ein Anzeichen für Fremdkörper in der Nase sein. Oft kommt es zu einseitigem Nasenausfluss, der klar, blutig oder eitrig ist.
Symptome: Granne im Auge
Wie auch bei uns Menschen sind Fremdkörper im Auge sehr schmerzhaft für unsere vierbeinigen Freunde. Generell kann es alle Hunde treffen, aber bei Rassen mit herunterhängenden Augenlidern kommt es häufiger zu Problemen.
Anzeichen können sein, dass der Hund das Auge immer wieder zusammenkneift. Es tränt verstärkt und zeigt Rötungen auf. Stellst du diese Symptome fest, solltest du schnellstmöglich den Tierarzt aufsuchen. Der kann die Granne entfernen und kontrollieren, ob die Hornhaut verletzt ist.
Weitere Anzeichen von Grannen beim Hund
Auch allgemeine Unruhe, Appetitlosigkeit, Fieber und Schwellungen, z.B. an Achseln oder Bauch können auftreten. Schafft die Granne es, tief zu wandern und ins Gewebe einzudringen, kann es sehr unspezifische Anzeichen geben. Viele davon können auch mit anderen Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Deshalb solltest du im Zweifelsfall deinen Tierarzt konsultieren.
Erste Hilfe gegen Grannen beim Hund
Am sichersten ist es, wenn du deinen Hund beim Spaziergang gut im Auge behältst. Dann kannst du Grannen, die sich gerade am Hund festgesetzt haben, sofort entfernen. Fallen sie dir erst später auf und haben die Haut bereits verletzt, entferne sie vorsichtig mit einer Pinzette. Danach solltest du die Stelle desinfizieren.
An allem, was tiefer sitzt, solltest du nicht selbst herumdoktern. Das kann die Granne weiter ins Gewebe treiben und weitere Verletzungen verursachen. Wenn die Granne abbricht, wird es noch schwieriger, sie selbst herauszubekommen. Beim Tierarzt kann sie professionell entfernt werden, eventuell auch unter Sedierung oder Narkose. Außerdem kann er die Wunde direkt versorgen und Entzündungen mit Schmerzmitteln oder Antibiotika behandeln.
Vorbeugung: 4 Tipps gegen Grannen
Vorbeugung ist der beste Schutz! Sind die Grannen nur oberflächlich am Körper, lassen sie sich ganz einfach selbst entfernen. Allerdings wandern sie ziemlich schnell tiefer. Deshalb hier noch ein paar Tipps von uns, worauf du jetzt im Sommer achten solltest.
- Hohes Gras meiden: Lass deinen Hund nicht durch Getreidefelder oder hohes Gras toben und stöbern.
- Gepflegte Wege gehen: Wegränder mit hohem Gras, Getreidefelder und naturbelassene Wiesen solltest du in den Sommermonaten meiden. Auf kurzen, gepflegten Wegen gibt es weniger Grannen.
- Kontrolle nach der Gassirunde: Untersuche die Pfoten (besonders zwischen den Zehen und Ballen), Augen, Ohren und Nase nach Grannen. Langes Fell solltest du durchkämmen.
- Fellpflege im Sommerstil: Lange Haare an den Pfoten, den Ohren oder im Gesicht solltest du kürzen. Tägliches Bürsten hilft, Grannen früh genug zu entfernen.
Fazit: Grannenfrei durch den Sommer
Grannen sind eine typische Gefahr für Hunde im Sommer. Doch mit regelmäßiger Kontrolle und dem Wissen, wie du sie vermeidest und im Ernstfall Erste Hilfe leistest, sind sie gut in den Griff zu bekommen. Deshalb genießt eure gemeinsamen Spaziergänge – mit eingehender Grannen-Kontrolle danach!