Winterkälte & Gelenke: Was du im Winter für die Gesundheit deines Hundes tun kannst
Die Winterkälte kriecht Zwei- und Vierbeinern in Knochen und Gelenke. Hast du auch den Eindruck, dass dein Hund plötzlich "alt" wirkt, weil er irgendwie "steif" wirkt? Nicht nur Hundesenioren haben bei nasskalten Temperaturen mit den Gelenken zu tun. Auch jüngere Hunde haben im Winter Probleme. Kälte, Feuchtigkeit und weniger Bewegung sorgen besonders im Januar und Februar dafür, dass alles etwas schwerer wird. Wie es dazu kommt und was du tun kannst, um deinem Hund zu helfen, erfährst du in diesem Artikel.
Inhaltsverzeichnis:
- Warum Kälte die Gelenke deines Hundes belastet
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- Bewegung im Winter: Weniger ist nicht besser
- Sanfte, regelmäßige Bewegung
- Vorsicht bei Schnee & Eis
- Wärme & Pflege: So kommt dein Hund gut durch den Winter
- Brauchen Hunde einen Hundemantel?
- Muskeln und Gelenke fit halten
- Ernährung im Winter: Gelenke von innen stärken
- Mentale & körperliche Aktivität trotz Kälte
- Fazit: So bleibt dein Hund beweglich
Warum Kälte die Gelenke deines Hundes belastet
Kalte Temperaturen führen dazu, dass die Durchblutung nicht mehr so gut funktioniert. Das bedeutet, dass Muskeln und Sehnen steifer werden und die Gelenkflüssigkeit zähflüssiger. Wenn deine Fellnase bereits Arthrose hat, kann das nun schlimmer werden. Auch alte Verletzungen, die eigentlich bereits verheilt sind, könnten sich nun zurückmelden.
Besonderes Rassen mit wenig Unterwolle und ältere oder kranke Hunde frieren schneller. Auch große Hunderassen, untergewichtige Hunde oder Vierbeiner, die unter HD/ED oder Arthrose leiden, brauchen bei kalten Temperaturen besondere Pflege.
Bewegung im Winter: Weniger ist nicht besser
Auch wenn es uns Hundemenschen manchmal schwerfällt, bei Frost oder schlechtem Wetter vor die Tür zu gehen, solltet ihr trotzdem eure Runden drehen. Denn: Wer rastet, der rostet! Friert dein Hund schnell, ist ein Hundemantel perfekt, um ihn warm zu halten.
Sanfte, regelmäßige Bewegung
Statt langen, ausgedehnten Spaziergängen kannst du mehrere kurze Gassirunden gehen. So verringerst du das Risiko einer Unterkühlung, sorgst aber trotzdem für ausreichend Bewegung. Versuche nach Möglichkeit, ein gleichmäßiges Tempo beizubehalten. Kein abruptes Stop-and-Go, kein ausgelassenes Herumtoben und wenn du unterwegs Bekannte triffst, bleib nicht zu lange stehen um zu erzählen.
Mach am besten vor dem Spaziergang noch ein paar kleine Aufwärmübungen, z.B. ein paar Minuten locker Gehen, dann können sich Muskeln und Sehnen langsam anpassen und du verringerst das Verletzungsrisiko.
Vorsicht bei Schnee & Eis
Bei Schnee und Eis besteht akute Rutschgefahr. Das kann zu Zerrungen oder Mikroverletzungen führen, welche Muskeln, Sehnen und Gelenke schädigen. Auf großes Herumtoben und wilde Ballspiele solltest du also verzichten. Es kann ziemlich lange dauern, bis solche Verletzungen wieder verheilt sind. Ist der Bewegungsapparat deines Hundes erst einmal verletzt, kann weiteres Wegrutschen zu langfristigen Problemen führen.
Außerdem solltest du nach jedem Spaziergang die Pfoten deines Vierbeiners kontrollieren. Kleine Steinchen von Split oder Eisklumpen zwischen den Zehen solltest du entfernen. Streusalz greift außerdem die empfindlichen Ballen an. Wasche die Pfoten mit warmem Wasser und trockne sie hinterher gut ab.
Treppensteigen oder aus dem Auto springen kann die Gelenke im Winter besonders belasten. Verzichte nach Möglichkeit darauf, beziehungsweise besorge dir eine Hunderampe für das Auto oder kleine Treppen, damit dein Vierbeiner komfortabler auf die Couch kommt.
Wärme & Pflege: So kommt dein Hund gut durch den Winter
Damit dein Hund gut durch Schnee und Kälte kommt, kannst du ihn mit ein paar einfachen Tricks unterstützen.
Brauchen Hunde einen Hundemantel?
Diese Frage beschäftigt Hundehalter jeden Winter. Viele argumentieren damit, dass der Hund vom Wolf abstammt und dieser ja auch nicht mit einem Mantel durch den Wald streift. Junge, gesunde Hunde mit ausreichend Unterwolle brauchen in der Regel auch keinen Hundemantel. Sie regulieren ihre Körpertemperatur meist problemlos. Anders sieht es bei älteren, kranken Vierbeinern, Rassen mit wenig Unterwolle oder Hunden aus, die bereits Arthrose oder Gelenkprobleme haben. Hier kann ein warmer Mantel einen deutlichen Unterschied machen und deinem Hund wieder zu mehr Spaß auf dem Spaziergängen verhelfen.
Muskeln und Gelenke fit halten
Ein entscheidender Punkt zur Gesunderhaltung von Muskeln und Gelenken ist die Routine nach dem Spaziergang. Lass deinen Hund auf keinen Fall auskühlen und trockne ihn ordentlich ab, wenn ihr nach Hause kommt. Um die Muskulatur zu lockern und die Durchblutung zu fördern, helfen sanfte Massagen im Schulter- und Hüftbereich.
Einer der wichtigsten Punkte im Winter ist der Liegeplatz deines Vierbeiners. Sorge dafür, dass er nicht auf kaltem Boden liegt. Das beeinträchtigt nicht nur die Gelenke, sondern kann auch zu Blasenentzündung und anderen Krankheiten führen. Sein Hundebett sollte an einem Ort stehen, wo keine Zugluft herrscht und es warm und kuschelig ist.
Ernährung im Winter: Gelenke von innen stärken
Über die Ernährung kannst du viel für die Gesundheit von Muskeln und Gelenken tun. Mit ein paar Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt du deinen Hund von innen. So sind beispielsweise Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend. Diese sind besonders in Fisch enthalten. Du kannst auch einen Schuss Leinöl ins Hundefutter geben, um ihn mit Omega-3 zu versorgen.
Algensorten wie Kelp oder Grünlippmuschel enthalten von Natur aus wertvolle Nährstoffe und kommen häufig in Snacks oder Nahrungsergänzungen zum Einsatz, die auf eine Ernährung zur Unterstützung der Gelenke ausgerichtet sind.
Bei weniger Bewegung solltest du auf eine ausgewogene Energiezufuhr achten. Möglicherweise neigt dein Hund zu Übergewicht und mit weniger körperlicher Auslastung braucht er auch weniger Energie. Hier ist es sinnvoll, die Futtermenge anzupassen. Auf der anderen Seite brauchen manche Hunde aber mehr Futter, da im Winter der Organismus mehr Energie darauf verwenden muss, die Körpertemperatur konstant zu halten. Es könnte also auch sein, dass er mehr Futter benötigt. Das ist individuell von Hund zu Hund unterschiedlich. Beobachte ihn genau und passe die Futtermenge entsprechend an.
Mentale & körperliche Aktivität trotz Kälte
Hunde artgerecht auszulasten ist mehr als nur Kilometer abreißen. Gerade jetzt im Winter ist es eine gute Idee, deinen Vierbeiner auch geistig auszulasten. Das schont Gelenke und Bewegungsapparat, beschäftigt aber das Gehirn und stärkt ganz nebenbei auch noch die Bindung zwischen euch.
Ein paar Ideen für Beschäftigung für zu Hause:
- Nasenarbeit
- Suchspiele mit Leckerlis
- Intelligenzspielzeug
- Kurze Trainingssessions statt langer Spaziergänge
Fazit: So bleibt dein Hund beweglich
Der Winter hat eindeutig seine guten Punkte. Hunde im Schnee spielen zu sehen und die Lebensfreude unserer Vierbeiner zu erleben, bringt das Herz jedes Hundemenschen zum Schmelzen. Wenn du Bewegung, Pflege und Ernährung an die kalten Temperaturen anpasst, bleibt dein Hund auch bei Kälte und Nässe beweglich und lebensfroh. Wir wünschen euch viel Spaß im Schnee und kommt gut durch den Winter! 🐕