Stress beim Hund erkennen - die stillen Signale, auf die du achten solltest
Zum Jahresende wird es für viele Hunde noch einmal anstrengend: erst Weihnachten, dann Silvester! Während wir Menschen den Ausklang des alten Jahres feiern, können unsere Vierbeiner mit Traditionen nicht so viel anfangen und reagieren oft gestresst. Die Anzeichen dafür werden im Alltag jedoch oft übersehen. Wie du Stresssignale bei deiner Fellnase erkennst und was du tun kannst, damit sie sich wieder sicher fühlt, erfährst du hier.
Inhaltsverzeichnis:
- Wie zeigen Hunde, dass sie Stress haben?
- Leichte Veränderungen in Verhalten und Körpersprache
- Wie ist der Gesichtsausdruck deines Hundes?
- Körperliche Anzeichen von Stress
- Übersprungshandlungen
- Veränderungen im Sozialverhalten
- Längerer Stress wird zu körperlichen Problemen
- So hilfst du deinem Hund bei Stress
- Fazit: Stress ist natürlich, aber Entspannung auch
Wie zeigen Hunde, dass sie Stress haben?
Stress ist für Hunde nicht nur ein Gefühl, sondern eine Situation, die sich auf den gesamten Körper auswirken kann. Das Nervensystem steht unter Spannung, die Muskeln reagieren, die Atmung verändert sich und sogar die Verdauung kann davon betroffen sein. Kleine Anzeichen kannst du bereits an einer leicht veränderten Körpersprache erkennen und reagieren, bevor es schlimmer wird.
Leichte Veränderungen in Verhalten und Körpersprache
Bereits bevor dein Hund richtige Stresssignale zeigt, kannst du leichte Veränderungen in seinem Verhalten und der Körpersprache beobachten. Wenn du achtsam bist und deinen Vierbeiner gut kennst! Kommt dir sein Verhalten komisch vor, ist er möglicherweise innerlich bereits angespannt oder überlastet und versucht, diesen Stress abzubauen.
Wie ist der Gesichtsausdruck deines Hundes?
Bevor dein Hund seinen Stress laut artikuliert, indem er bellt oder jault, kannst du bereits in seinem Gesicht ablesen, dass er angespannt ist. Typische Hinweise für Stress beim Hund sind:
- die Augen sind weiter geöffnet als sonst, eventuell siehst du das Weiße in den Augen
- das Maul wird geschlossen und die Maulspalte wird schmaler
- die Stirn spannt sich an, du siehst "Sorgenfalten" über den Augen
- die Ohren arbeiten und wechseln permanent die Richtung
Diese Anzeichen weisen darauf hin, dass das Nervensystem deines Hundes versucht, sehr viele Informationen zu verarbeiten.
Körperliche Anzeichen von Stress
Innere Unruhe wirkt sich auch auf den Organismus deines Vierbeiners aus. Der Körper bereitet sich automatisch auf eine Reaktion vor, die ihm helfen soll, den Stress abzubauen.
- Die Atmung beschleunigt sich, obwohl es nicht heiß ist oder er sich angestrengt hat.
- Bewegungen versteifen sich, er läuft unruhig hin und her, zittert und man sieht die Anspannung der Muskeln.
- Manche Hunde neigen unter Stress zum "Einfrieren", das heißt sie versteifen sich, reagieren verzögert oder gar nicht mehr und wirken wir "abgeschaltet".
Bewegung kann helfen, diese Anspannung abzubauen. Ein Spaziergang kann daher eine gute Idee sein. Wenn dein Hund sehr nervös ist, solltest du ihn jedoch an der Leine lassen, damit er sich nicht erschrickt und in Panik wegläuft.
Übersprungshandlungen
Wird die innere Anspannung zu groß, versuchen viele Hunde den Stress durch Übersprungshandlungen abzubauen. Dazu gehören unter anderem:
- Lefzenlecken ohne, dass Futter in der Nähe ist
- Schütteln
- Gähnen
- Am Hals oder an den Ohren kratzen
- Schnüffeln am Boden, ohne dass dort etwas ist
Diese Verhaltensweisen sind wie kleine Blitzableiter, die helfen sollen, kurz etwas von der Anspannung loszuwerden. Wenn sich dein Hund oft kratzt oder schüttelt, solltest du das jedoch mit deinem Tierarzt abklären. Das könnte auf Parasiten oder eine Erkrankung hinweisen.
Veränderungen im Sozialverhalten
Stress kann bei deinem Hund dafür sorgen, dass sich sein Sozialverhalten völlig ins Gegenteil umkehrt. Hunde, die sonst sehr selbstbewusst sind, können plötzlich unsicher werden und sich verstecken. Ein unabhängiger Vierbeiner weicht dir plötzlich nicht mehr von der Seite und braucht viel Körperkontakt. Um die Kontrolle so gut wie möglich zu behalten, setzt er vielleicht auch Grenzen und knurrt schneller oder weicht aus.
Wenn Stress zu richtiger Panik wird, kann es sogar sein, dass deine Fellnase überhaupt nicht mehr ansprechbar ist. Gestresste Hunde verweigern oft auch Futter oder sogar ihre Lieblingsleckerlis. Hat dein Hund dieses Stresslevel erreicht, solltest du unbedingt etwas dagegen tun.
Längerer Stress wird zu körperlichen Problemen
Jeder hat mal Stress und wenn dieser vorbei geht, kann sich auch der Körper wieder entspannen. Aber was ist, wenn es zu Dauerstress wird? Dann kann es tatsächlich zu körperlichen Problemen kommen, die sogar chronisch werden können, wenn du den Grund für den Stress nicht abstellst.
- Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt und der Verdauung
- stumpfes Fell, Schuppen und Haarausfall
- Appetitlosigkeit, Heißhunger oder vermehrter Trinkbedarf
- gesteigerte Empfindlichkeit bei Berührungen
So hilfst du deinem Hund bei Stress
Am besten ist es, wenn du Stress beim Hund so schnell wie möglich erkennst. Wenn es erst mal so schlimm ist, dass dein Hund nicht mehr ansprechbar ist oder bereits körperliche Probleme hat, ist es schwieriger, ihn wieder entspannt zu bekommen.
Folgende Schritte kannst du unternehmen:
- Stressauslösende Reize reduzieren: Abstand kann Wunder wirken und gibt deinem Hund die Möglichkeit, sich aus der Distanz mit dem Stressauslöser auseinander zu setzen.
- Rückzugsorte anbieten: Idealerweise fühlt sich dein Hund in seinem Körbchen oder in einer Art Höhle sicherer und kann entspannen. Wichtig ist, dass dieser Ort ausschließlich positiv verknüpft ist.
- Routinen bieten Sicherheit: Kleine Rituale und gleiche Abläufe helfen deinem Vierbeiner sich zu orientieren und vermitteln Stabilität.
- Kauen baut Stress ab: Sollte dein Hund noch Futter nehmen, biete ihm einen Kausnack (z.B. die Snackies Kaustangen oder Entenbruststreifen) an. Auch Kauspielzeuge sind super zum Stressabbau.
- Bewegung hilft gegen Stress: Ein Spaziergang, Toben im Garten oder Hundesport sind super, um die Aufmerksamkeit deiner Fellnase auf etwas Positives zu lenken. Durch die Bewegung werden Stresshormone leichter abgebaut.
Bei extremen Stresssituationen, wie an Silvester oder bei Gewitter, empfehlen wir eine Desensibilisierung in Form von Geräuschtraining. Wie das am besten geht, erfährst du in diesem Artikel (Link: https://www.snackies.de/Silvesterangst-beim-Hund-So-wird-der-Jahreswechsel-entspannt)
Fazit: Stress ist natürlich, aber Entspannung auch
Hunde streben nach Harmonie und Entspannung, aber stressige Situationen lassen sich manchmal nicht vermeiden. Es ist kein großes Problem, wenn der Hund hin und wieder Stress hat, aber es sollte kein Dauerzustand werden. Wenn du die Signale erkennst und ihm hilfst, wieder zu entspannen, steigerst du nicht nur eure Lebensqualität, sondern förderst auch die Bindung zwischen Mensch und Hund. Wir wünschen euch mit unseren Tipps einen entspannten Jahreswechsel und ein harmonisches gemeinsames Leben.